Herzlich willkommen beim Netzwerk Intensivmedizin Baden-Württemberg
Die Intensivmedizin gehört zu den teuersten Abteilungen eines jeden Akutkrankenhauses. Für die intensivmedizinische Versorgung der Patienten werden ca. 15% bis 20% der Gesamtkosten der akut stationären Versorgung benötigt, obwohl nur 5% der Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden. Die verantwortlichen Intensivärzte sind damit aufgefordert, eine optimale, qualitätsorientierte Therapie im Rahmen der Gesamtbehandlung durchzuführen.
Der enorme Erkenntnisfortschritt bei der Behandlung „intensivmedizinischer Krankheitsbilder“ ermöglicht es, unsere Patienten mit hoher medizinischer Qualität zu versorgen und gleichzeitig die Prozesse zu verbessern, so dass Effektivität, Effizienz und Kosten optimiert werden können. So konnte für verschiedene Therapiekonzepte nicht nur eine Senkung der Mortalität sondern auch eine Verringerung der Liegedauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus nachgewiesen werden. Beispielhaft ist hier die so genannte lungenprotektive Beatmung („Low Tidal Volume Ventilation“, frühe Spontanatmung, „iLA“) zu nennen, die in der Behandlung des schweren Lungenversagens einen bedeutenden Fortschritt darstellt. Auch zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass die stringente Einhaltung der Sepsis-Leitlinien zu einer signifikanten Verbesserung des Outcomes führt.
Das konsequente Umsetzen dieser neuen Therapieformen sowie die Implementierung der notwendigen Medikamente und Verfahren erfordern jedoch Investitionen. So kann die Therapie mit aktiviertem Protein C pro Patient bis zu 10.000 Euro und mehr kosten je nach Gewicht. Wichtig ist hierbei, dass der „richtige“ Patient rechtzeitig und früh therapiert wird. Auch der Einsatz moderner Lungen- und Leberersatzverfahren ist erst nach entsprechender finanzieller und edukativer Investition möglich. Zwar sind beide Verfahren durch das Sonderentgelt NUB (neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden) im DRG-System abgebildet, jedoch haben nicht alle Krankenhäuser einen Antrag gestellt. Dies bedeutet für die entsprechenden Krankenhäuser, dass sie diese neuen und teuren Therapieformen alleinig aus dem DRG-Erlös finanzieren müssen.
Aus den genannten Gründen erscheint es sinnvoll, regionale Netzwerke aufzubauen, die interprofessionell und interdisziplinär arbeiten. Gegenseitige Unterstützung und Hilfe, sowie die Entwicklung gemeinsamer Leitlinien kann dazu beitragen, die Qualität in allen Abteilungen noch weiter zu verbessern.
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Aktuelles
Das nächste Netzwerktreffen findet am 07.06.2010 im Mercure-Hotel in Stuttgart statt.
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